Informationen zur Dissoziativen Identitätsstörung

 

Die Dissoziative Identitätsstörung DIS (früher auch multiple Persönlichkeitsstörung MPS),
ist eine Form der Dissoziation.

Durch extreme, andauernde Gewalt, Missbrauch und Todesnäheerfahrungen,
dem ein Kind hilflos ausgesetzt ist,
wird als letzter Ausweg die Fähigkeit zur Dissoziation
genutzt und ausgebaut um zu überleben,
das Grauen abgespalten vom Bewußtsein.

 

So entstehen auf psychischer Ebene immer mehr Persönlichkeitsanteile,
die unterschiedliche traumatische Erinnerungen und Gefühle tragen,
sich widersprüchlichen Bedingungen anpassen
und jede ihre Aufgaben erfüllen um trotz aller Grausamkeit
zu überleben und funktionieren zu können.
Es entstehen Persönlichkeitsanteile mit verschiedenem Alter,
Geschlecht, sexueller Orientierung und unterschiedlichen Fähigkeiten.
Einige die im Innen koordinieren
und die, die den Alltag nach Außen organisieren,
ein komplexes System in dem jeder seine Aufgabe hat.
Teilweise kann das Wissen umeinander vorhanden sein,
oft bestehen jedoch Amnesien
bezüglich der Vergangenheit
und den Alltag betreffend.

Erinnerungslücken (Zeitverluste) in denen jemand anders das Leben gelebt
und den Körper gesteuert hat.

 

Wird das Kind erwachsen und entkommt dem negativen Umfeld
(oft die Familie/ Verwandtschaft oder satanische Kulte)
ist das innere System immer noch (meist lange unentdeckt) vorhanden
und reagiert auf die äußeren Anforderungen.

Durch sogenannte Trigger (Auslösereize) können auch Personen
mit entsprechend verknüpfter Erinnerung (oder auch aktivierte Programme)
nach Außen katapultiert werden
und es kommt zum Chaos.
Oder auch ausgelöste Flashbacks,
in denen die betreffende Person
in einem schrecklich realen Wiedererleben
vergangener Situationen oder hochkommender Bilder
gefangen ist und, von der Realität losgelöst,
das Grauen erneut durchlebt, als würde es gerade stattfinden.


Zudem kommt eine Fülle unterschiedlichster Symptome,
wie z.B. Angst- und Eßstörungen, Panikattacken,
Selbstverletzendes Verhalten (SVV),
Stimmen hören (weshalb oft fälschlicherweise Schizophrenie diagnostiziert wird), u.v.m.


Menschen mit DIS fallen aber nicht unbedingt auf,
da ja gelernt wurde nach Außen hin
möglichst unauffällig zu funktionieren
und vorallem die Gesellschaft immer noch nicht sieht,
was sie nicht sehen will.
Den Horror, den Menschen hilflosen Kindern antun,
und den mühsamen Kampf derer, die trotzdem überlebt haben...



Überlebt


was haben wir denn überlebt,

fragst du dich...

all das wozu Menschen fähig sind

anderen Menschen anzutun,

den Schwächeren, Kleinen, Wehrlosen,

all das und noch viel mehr...

Du willst verstehen,

was ich noch immer nicht fassen kann

und nur schwer in Worte zu packen ist...

Überlebt...

nicht gestorben daran, aber schwer verwundet...

mit Narben am Körper...

und schlimmer noch, auf der Seele,

die nicht immer dabei ganz blieb...

denn für manche(n)

hieß überleben,

daß sich die Seele teilt,

zerspringt unter dem Druck,

der Todesangst,

und in vielen Seelensplittern weiterlebt,

als Viele in einem Körper...

Das ist schwer zu verstehen,

aber noch schwerer damit verstanden zu werden...

Überlebt

und überstanden...

Nein!

Denn es kann sehr lange dauern,

bis ein kleiner Funken die Erinnerung auftauchen läßt

und sie plötzlich dein Leben verändert...

und alles ist anders...


Doch es ist dein Leben.

Glaub dir!

Nimm dich ernst!

Hör dir zu!

Das ist der Anfang...

Und noch bevor andere an dir zweifeln können,

zweifelst du schon selbst an dir,

verzweifelst an deiner Erinnerung,

die so viel erklären würde,

aber nicht wahr sein darf...


Überlebt...

das heißt Kampf

Tag für Tag und

Nacht für Nacht

kämpfst du gegen dich selbst...

gegen die Flashbacks...

gegen die Alpträume...

gegen die Angst...

gegen die Gefühle oder darum

überhaupt zu fühlen...

gegen deinen Körper wirst du aggressiv

um dich zu spürn oder zu verliern...

du bestrafst dich

dabei hast du keine Schuld!!

Du kämpfst gegen die Schmerzen,

du kämpfst gegen das Vergessen...

Endloser Kampf

um ein bißchen Alltag,

um ein paar Stunden Arbeit,

um ein wenig Halt...

Kampf gegen die Todessehnsucht...

Kampf um ein Leben!


Was für andere normal ist,

müssen wir uns erkämpfen...

Was für andere schön ist,

kann für uns ein Trigger sein...

Liebe haben andere für uns definiert...

Lieben ist für uns so unendlich schwer...


Wir sind anders...

aber müssen wir deshalb einsam sein?

Überlebende erkennen sich meist,

verbünden sich

im Kampf um ein bißchen Leben...

Das ist kein Krieg gegen euch -

es ist ein Kampf gegen die Täter!

Wer kämpft mit?

Wir bitten euch

um euer Verständnis

für Menschen die überlebt haben...

um Respekt und Achtung

vor unserem Leben und Überleben...

Manchmal werdet ihr euch vielleicht hilflos fühlen,

wir brauchen Zeit

und Geduld

und Sicherheit...

denn unser Vertrauen kriegt ihr vielleicht

als Letztes...

Wir testen euch,

also bitte macht keine leeren Versprechen...

Seid ehrlich, setzt Grenzen,

die auch wir benötigen...

Begleitet uns,

ohne uns festhalten zu wollen...

Gebt uns nur soviel wie ihr habt,

ohne selbst dabei verloren zu gehen...

Ihr bekommt unseren Dank

von ehrlichem Herzen,

wir teilen gern unsere Kreativität,

unsere Gaben,

unsere Sensibilität...

Wir können gut zuhören

und mitfühlen...

Das warum werdet ihr nicht beantworten können,

aber ihr könnt mit uns einen Weg gehen

für mehr Verständnis,

damit es immer weniger werden,

die wegsehen und verletzen,

weil sie nicht verstehn...


Das ist unser Wunsch...